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Diabetiker Sportgruppe Saarland e.V.
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28.03.2018
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Diabetes + Sport
SZ01
Der Optimist,
es wird schon werden.....!

Bewegung hilft

Von Anbeginn träumen wir Menschen von einem ewigen Leben. Wenn dies schon nicht zu erreichen ist, wollen wir zumindest möglichst alt werden und dabei möglichst gesund und fit bleiben. Schon im Mittelalter haben die Alchimisten allerlei Wundermittel entwickelt, um dieses Ziel zu erreichen. Auch in der heutigen Zeit besteht kein Mangel an Empfehlungen und Mittelchen, um alt zu werden und fit zu bleiben. Die ernüchternde Tatsache ist aber die, dass alle Wundermittel nichts helfen.

Vielleicht gibt es aber doch einen Hoffnungsschimmer, vielleicht müssen wir aufhören nach Wundermitteln zu suchen, wir müssen uns ganz einfach mehr bewegen. Die Bewegung, die körperliche Aktivität, der Sport, die Gartenarbeit u.a. ist der eigentliche Jungbrunnen für uns Menschen.
Dabei ist die körperliche Aktivität und die regelmäßige Bewegung eine natürliche Maßnahme, sie hat keinerlei Nebenwirkungen, sie hat keine schädigenden Inhaltsstoffe, sie macht Spaß und ist im Übrigen auch kostenlos. Was hindert uns also daran loszulegen?

Körperliche Bewegung, körperliche Aktivität und Sport
machen schön,
sie machen schlank
und sie machen schlau.

Es mag auf den ersten Blick erstaunlich erscheinen, dass körperliche Aktivität eine Auswirkung auf unsere geistige Verfassung hat. Dies ist aber eindeutig nachgewiesen. Nicht nur das Kreuzworträtsel hält uns fit, im größeren Umfang trifft das für die körperliche Aktivität zu. Wer sich regelmäßig und viel bewegt bleibt auch im Kopf klar und geistig leistungsfähig.

Dafür gibt es mittlerweile sehr viele Anhaltspunkte. Die einzige Maßnahme zur Vorbeugung einer Demenz, die sich als wirksam erwiesen hat, ist die körperliche Aktivität. Es wurden dabei mehrere Sportarten untersucht, alle sind hilfreich und wirksam.
Eine Studie weist auf die besondere Wirksamkeit des Tanzens hin. Also Männer geht mit euren Frauen in einen Tanzkurs, wenn ihr fit bleiben wollt, also Frauen aktiviert eure Männer und geht auf den Ball !
Es gibt Hinweise, dass regelmäßiges, angepasstes körperliches Training die Situation von gebrechlichen Menschen im Altenheim wesentlich verbessert. Die Patienten nehmen wieder sehr viel mehr Anteil an der Umgebung, werden wieder mobiler und es gibt sehr viel weniger Stürze.
Ganz offensichtlich führen die Koordinationsleistungen des Gehirns beim Sport und bei der Bewegung, beispielhaft beim Tanzen zu sehen, zu einem wesentlichen Besserungseffekt der geistigen Leistungsfähigkeit.

In diesem Zusammenhang erstaunt es dann nicht mehr, dass auch bei psychischen Erkrankungen, insbesondere bei Depressionen die regelmäßige körperliche Aktivität eine äußerst stabilisierende und hilfreiche Wirkung hat.

Dass Gelenkprobleme und viele muskuläre Beschwerden durch geeignetes Training besser werden, versteht sich fast von selbst. Wir wissen nicht erst seit der Weltraumfahrt, dass körperliche Belastung auch dem Knochenschwund, der Osteoporose, vorbeugen kann. Nicht umsonst müssen die Astronauten ein ausgeklügeltes Fitnessprogramm in ihrer Raumstation absolvieren, um einer Osteoporose vorzubeugen.

Auch in der Behandlung und Vermeidung von Krebserkrankungen müsste körperliche Aktivität, sportliche Programme einen wesentlich größeren Raum einnehmen, denn auch hier sind entsprechende günstige Effekte nachgewiesen.

Betrachtet man nun die sogenannten Risikofaktoren für Herz und Kreislauf, also Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall, so steht es außer Zweifel, dass körperliche Aktivität diese Risikofaktoren günstig beeinflusst und damit die Häufigkeit von Herz- und Kreislauferkrankungen reduzieren hilft.
Nur im Zusammenspiel mit einer vernünftigen Ernährung und einer regelmäßigen körperlichen Aktivität ist das Gewicht zu kontrollieren und ein starkes Übergewicht zu vermeiden. Damit hat der Sport eine ganz direkte Auswirkung auf den Blutdruck und auch auf mögliche erhöhte Fettwerte im Blut.

Jeder Patient mit Diabetes weiß im Übrigen auch, welche Auswirkungen körperliche Aktivität auf den Blutzucker hat, er senkt die Werte. Dies hat unter Umständen auch negative Effekte, indem eine Unterzuckung ausgelöst werden kann, wenn man seinen Körper nicht ausreichend kennt und die entsprechenden Vorsorgemaßnahmen nicht durchführt bzw. seine Blutzuckerselbstkontrollen nicht regelmäßig macht.
Davon aber abgesehen gibt es wiederum nur positive Effekte auf den Diabetes. Die regelmäßige körperliche Aktivität verbessert die Einstellung, senkt den Blutzucker insgesamt ab und führt zu einer Verbesserung des Langzeitwertes. Damit wiederum können die gefürchteten diabetischen Komplikationen wie Nierenerkrankungen, schwere Augenschädigungen und schwere Probleme mit den Füßen vermieden werden.

Aus dem bisher gesagten geht hervor, dass es, zumal bei fortschreitendem Lebensalter, unverzichtbar ist, körperlich aktiv zu bleiben. Insbesondere aber ist es für den Patienten mit Diabetes ein absolutes Muss, sich möglichst viel zu bewegen, um seine Einstellung, um seinen Diabetes im Griff zu halten.

Eine gute Möglichkeit ist die Teilnahme an einer Diabetikersportgruppe, für die ich mit diesem Aufsatz eine Lanze breche. Natürlich ist es mit einer einzigen Übungsstunde in der Woche nicht getan. Vielmehr geht es um Regelmäßigkeit.

Es kommt im Übrigen nicht auf die Art und Weise der körperlichen Aktivität an. Der Besuch im Fitnessstudio mit Muskelaufbautraining ist genauso wertvoll wie das Rasenmähen, das Gartenumgraben oder das stramme Spazierengehen. Schwimmen und Laufen ist ebenfalls sehr hilfreich, Fahrradfahren bietet auch auf dem Heimtrainer bei schlechtem Wetter und in der dunklen Jahreszeit eine sehr gute Alternative.

Jeder sollte sich seinen körperlichen Fähigkeiten angepasst möglichst viel bewegen, er sollte versuchen seinen "inneren Schweinehund" zu überwinden. Sich dabei Bundesgenossen und Kameraden zu suchen und sich anzuschließen, hilft dabei sehr. Die Belohnung ist regelmäßig auch ein wesentlich besseres Lebensgefühl sowohl direkt nach der körperlichen Aktivität wie auch langfristig.

Der Volksmund weiß um diese Zusammenhänge im Übrigen schon seit langem. Nur so sind die Volksweisheiten

Sich regen bringt Segen,
Wer rastet der rostet,
Müßiggang ist aller Laster Anfang 

zu erklären.

Wie bei allen Dingen im Leben gilt auch beim Sport die Regel, man möge es nicht übertreiben. Gesundheitsfördernd ist es sicherlich nicht, wenn ein untrainierter, ärztlich nicht untersuchter, übergewichtiger 50 jähriger meint, er müsse ohne Vorbereitung einen Marathonlauf  absolvieren, dann ist das leichtsinnig. Aber von solcher Unvernunft will ich heute nicht weiter reden.

Viel mehr rufe ich Ihnen zu, stehen sie auf vom Sofa gehen Sie heraus in die Natur, bewegen Sie sich und genießen das Leben.

 

Dr.med.Rainer Paulus, April 2017